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Weiberfastnacht 2019 ist am
Donnerstag, den 28.02.2019

 

 

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Weiberfastnacht - Frauen an die Macht!

In der fünften Jahreszeit ist alles möglich. Auch, dass Frauen die Macht übernehmen. Heute wirkt das etwas seltsam. Längst sitzen Frauen in Führungspositionen und behaupten ihren Platz in der Politik. In der Zeit der Entstehung der Karnevalsbräuche war die Frauenherrschaft unvorstellbar.

Im Mittelalter war sie ein Zeichen für eine auf den Kopf gestellte Welt. Eine vollkommene Narretei. Frauen galten als unmündig. An einem Tag der verkehrten Welt hatten sie eine Stimme. Beeinflusst wurde der Brauch von den Weiberzechen. Das waren Feste, an denen allein die Frauen zusammenkamen, um gemeinsam zu trinken.

Mancherorts stand ihnen das Rathaus zur Verfügung. Dort schenkten die Männer ihnen Wein ein. Dazu gab es frische Wecken. Die Kirche verteufelte die Feste und rückte sie in die Nähe der heidnischen Bacchanalien. Den Ratsherren dürfte das Treiben gleichfalls missfallen haben.

Dabei gab es auch Riten mit disziplinierendem Effekt. Ein Frauengericht wurde unter Vorsitz der Gattin des Pfarrers gehalten. Es wurde über Vergehen, wie schmutzige Wäsche, unreine Küchen oder ungepflegte Kinder verhandelt. Die sühnende Strafe fand vor aller Augen statt. Zum Beispiel mussten schuldig gesprochene Frauen ihr Geschirr oder ihre Wäsche am Marktbrunnen reinigen.

 
Obschon die Weiberzechen einmal im Jahr zu unterschiedlichen Terminen abgehalten wurden, dürfen sie als Ursprung, zumindest als wichtiger Einfluss der Entstehung, der Weiberfastnacht gelten.

Weiberfastnacht gehört heute zum Karneval wie der Rosenmontag.

Historisches zur Weiberfastnacht

Die Weiberfastnacht ist so alt wie der Fasching. In der Regel feierten die Frauen, wie bei den Weiberzechen, unter sich und überließen den Männern an diesem Tag die Pflichten des Haushalts und die Aufsicht über die Kinder.

In manchen Orten gab es Stiftungen, die, ähnlich den Karnevalsvereinen oder dem Damenkomitee heute, Geld für das alljährliche Weiberzechen sammelten. In diesem Zusammenhang entstanden auch die Möhnenvereine. In Franken werden alte Frauen als Möhne bezeichnet. Viele Frauenkarnevalsvereine nennen sich noch heute so.

Die Möhnenkultur ist besonders im Rheinland verbreitet. In manchen Regionen gibt es den Brauch, aus Draht und Kunststoff gebastelte Möhnen an die Häuser zu hängen und in die Bäume zu setzen.

Als Hochburg der Weiberfastnacht gilt die Stadt Köln. Am Donnerstag vor Aschermittwoch rissen sich die Marktfrauen und Arbeiterinnen punkt zwölf die Mützen vom Kopf und warfen sie, zusammen mit Kohlköpfen, durch die Gegend.

Wer auf diese Weise nicht mehr „unter der Haube“ war, also nicht mehr unter der Fuchtel eines Ehemannes stand, konnte sich manchen Schabernack erlauben.

  Andere Quellen schreiben die Erfindung der Weiberfastnacht den Wäscherinnen von Bonn-Beuel zu, die 1824 beschlossen, dass Frauen gleich den Männern Fasching feiern sollten. In Beuel ist der Weiberfasching bis heute nicht Zugabe, sondern Hauptattraktion.

Die Wieverfastelovend eröffnet jedenfalls noch heute den Kölner Straßenkarneval. Das närrische Treiben zieht alte und junge Frauen an, die sich untereinander und mit den Männern so manchen Spaß erlauben.

Faschingskostüme für jede Frau

Während man sich im Mittelalter als Muhme und altes, garstiges Weib verkleidete, geht es in unseren Tagen wesentlich bunter und auffälliger zu: Krankenschwester, Piratin, Matrosin, Polizistin - alles ist möglich.

Manche staffieren sich noch heute als Möhne aus und stürmen im Großmutterlook die Straße. Nicht selten tauchen Frauen im Staat von 1900 auf. Fuchs, Katze und Biene sind, genau wie Teufel und Engel, Dauerbrenner.

Wer lange draußen steht, sollte an warme Socken und wasserfestes Schuhwerk denken. Das muss der Schönheit keinen Abbruch tun.

Klassische Kostüme gehören zu den Evergreens. Wer es sich leisten kann und regelmäßig dabei ist, setzt auf Maßgeschneidertes. Mit Dreispitz, Schiffchen oder anderer passender Kopfbedeckung, zünftigen Gardestiefeln oder Bleyer Tanzschuhen kann man sich unters Volk mischen.

Wer die Kostüme gerne wechselt, ist mit den Standardvarianten gut bedient. Auch ein Kostümverleih kann eine Option sein.

Doch ganz egal, ob man sich sorgfältig klassisch ausstaffiert oder modern als Superwoman kleidet, manchmal genügt auch schon ein Clownskostüm mit roter Nase, um am närrischen Treiben mit „Helau!“ und „Alaaf!“ teilzunehmen.

Sturm aufs Rathaus und Schlipsbeschneidung

Am bekanntesten ist die Tradition, den Männern beim Weiberfasching die Krawatte abzuschneiden. Als Entschädigung gibt es ein Küsschen, Bützchen genannt. Die Herren der Schöpfung sollten an diesem Tage nicht gerade ihr bestes Stück tragen. Zwar bedarf der Schnitt der Zustimmung, doch im Eifer des Gefechts kann es schon einmal zu Übergriffen kommen.

Das beherzte Kürzen des Schlipses durch einen kühnen Schnitt ist ein symbolischer Angriff auf die Allmacht des Mannes. In den sechziger Jahren, mit dem Erstarken der Frauenbewegung, wurden damit auch politische Ambitionen verbunden.

In Beuel, einem Traditionsbezirk der Weiberfastnacht, gibt es einen großen Weiberfastnachtsumzug. Im Anschluss stürmt das Damenkomitee unter Führung der Wäscheprinzessin das Rathaus und übernimmt die Macht.

Für die Wäscherinnen des 19. Jahrhunderts war das durchaus ein gewagtes Statement. Sie beanspruchten nicht nur im Karnevalsbereich und auf der Straße einen Teil Mitbestimmung, sondern gingen auch selbstbewusst ins Rathaus. Wer bedenkt, wie starr die gesellschaftlichen Verhältnisse und Konventionen damals waren, kann ermessen, was die Frauen von Bonn Beuel mit der Weiberfastnacht verbanden.

Heute ist es in vielen Städten üblich, dass die Frauen beim Weiberfasching das Rathaus besetzen.

Beliebte Volksfeste rund um den Weiberfasching

In den Hochburgen des Karnevals Köln, Düsseldorf und Mainz gibt es traditionelle Veranstaltungen zur Weiberfastnacht. Ein offizieller Feiertag ist der Weiberfasching nicht. Dennoch wird in den meisten Firmen nur bis um 12.00 gearbeitet.

Prinz, Bauer und Jungfrau eröffnen Punkt 11.11 Uhr auf dem Alten Markt mitten in Köln den Straßenkarneval. Damit sind die Karnevalssitzungen in den Sälen Vergangenheit, Narren und Närrinnen erobern die Stadt.

Das knapp einstündige historische Karnevalsspiel "Jan un Griet" wird traditionell in der Kölner Südstadt vor der Severinstorburg aufgeführt. Es geht um Liebe und Verlust. Der Knecht Jan wirbt um die Markfrau Griet. Diese lehnt ihn wegen seines Standes ab. Jan zieht daraufhin in den Dreißigjährigen Krieg und kommt als erfolgreicher Feldherr zurück. Griet bedauert ihren Entschluss. Danach formiert sich ein erster Zug, der bis zum Denkmal "Jan von Werth" am Alten Markt führt.

Hier findet dann am Tanzbrunnen ein großes, buntes Volksfest mit allen Jecken der Stadt und variantenreichem Bühnenprogramm statt. Auf den Straßen wird die ganze Nacht gefeiert.

Partys rund um die Wieverfastelovend gibt es in ganz Köln. Die Jecken und Jeckinnen machen die gemeinsam die Stadt unsicher.